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Optische Phänomene: In Lingelbachs Scheune schrumpfen Besucher

Prof. Dr. Bernd Lingelbach
Prof. Dr. Bernd Lingelbach

Die Augen sind unser größtes Sinnesorgan, da wir normalerweise erst dann etwas glauben, wenn wir es mit unseren eigenen Augen sehen. Doch bereits Plato wusste, dass wir unseren Augen nicht immer trauen sollten, da sie uns öfter etwas vorspielen, als wir glauben. Optische Täuschungen verblüffen, faszinieren und machen Spaß. Sie können nahezu alle Aspekte des Sehens betreffen. Für eine kurze Zeit haben optische Täuschungen auch die Kunst erobert. Wenn Sie optische Täuschungen hautnah erleben wollen, empfehle ich Ihnen einen Besuch in Lingelbachs Scheune.

Zum Staunen in Lingelbachs Scheune

Professor Dr. Bernd Lingelbach hat über Wahrnehmungsphänomene promoviert und lehrt seit 1985 am Institut für Augenoptik in Aalen. Die Scheune in Leinroden wurde in den vergangenen zehn Jahren von ihm, vielen Studierenden der HTW Aalen und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern gestaltet. Unzählige selbst konstruierte und realisierte Exponate machen sie zu einer der größten Sammlungen optischer Phänomene weltweit.

Mit dem ersten Schritt in Lingelbachs Welt der optischen Phänomene haben Sie das Gefühl, Besucher eines Wimmelbuches zu sein.

Zwerg oder Riese?

Im optischen Museum von Leinroden, 80 Kilometer östlich von Stuttgart, kann man seinen Sinnen nicht trauen. In der einen Ecke des Raumes steht ein kleines Männchen, in der anderen Ecke ein stattlicher Mann – so groß, dass er den Kopf einziehen muss. Wenn die beiden die Ecken wechseln, schrumpft der Riese mit jedem Schritt und der Zwerg wächst und wächst – bis er den Kopf einziehen muss. Die Antwort auf die Frage, warum Menschen plötzlich alles ganz anders wahrnehmen, liefert Bernd Lingelbach: „Die optische Täuschung lässt uns annehmen, dass ein normaler Raum rechtwinklig ist, tatsächlich sieht man aber die richtigen physikalischen Größenverhältnisse“, erklärt er schmunzelnd.

Innerhalb von Minuten ist die Gehirnwäsche perfekt

Im schiefen Raum zum Beispiel merken die Besucher, dass sie nach kurzer Zeit nicht mehr wahrnehmen, wie schief der Raum ist. Bernd Lingelbach hat sein Hobby zum Beruf gemacht und erklärt unermüdlich, wie Sinnestäuschungen funktionieren. Er freut sich, wenn die Besucher in seiner Scheune auf die vielen Tricks reinfallen, und wünscht sich, dass sie die Grenzen ihrer Wahrnehmung erkennen.

„Nicht alles ist wahr, was wir wahrnehmen“, sagt Bernd Lingelbach und lässt plötzlich Bälle bergauf rollen oder Besucher an der Wand sitzen und schweben. Das unmögliche Dreieck, den schiefen Raum, die Hexenschaukel und unzählige optische Täuschungen gibt es in der umgebauten Scheune zu bestaunen.

Eine Scheune voller Wunder

Auf die Frage, wie viele Objekte in seiner Scheune zu sehen sind, kann Lingelbach keine genaue Antwort geben. „Oh, das ist unmöglich zu sagen, von den großen wie dem Ames-Raum und der Herzoginnenschaukel nicht allzu viele, aber die kleinen habe ich nie gezählt.“ Auch die Besucherzahlen könne er schlecht einschätzen, 1000 bis 2000 im Jahr seien es, aber viel zu wenige, um die enormen Kosten zu decken. Deswegen hat er einen Verein gegründet, in dem ich mit Leib und Seele Fördermitglied bin (www.die-scheune.info). Ich gehe immer wieder mit offenen Mund durch sein Museum und fühle mich wie ein kleines Kind, das hinter jeder Ecke eine Überraschung erwartet.
Seit 15 Jahre kenne ich Bernd Lingelbach und bin total begeistert von seiner Leidenschaft, Sinnestäuschungen sichtbar zu machen. Er ist ein Kauz, Querdenker, Nachtmensch und menschenfreundlicher Wissenschaftler.

 

Wenn das nicht phänomenal ist?!